Unsere Sage

Die Sage vom Schwarzacher Herr, seiner morgenländischen Sklavin und dem Ungeheuer im Schwindelsee

(Beschreibung des Oberamts Waldsee vom Jahr 1834)

Das Dorf Schwarzach war um 1200 n. Chr. ein kleiner ruhiger Ort im heutigen Oberschwaben. Die Bewohner waren einfache Bauersleute, zu jener Zeit auch „Grundholde“ genannt. Sie waren arme Leute und konnten sich keine neue Kleidung leisten, da sie Abgaben in Form von Nahrungsmittel an einen „Herrn von Schwarzach“, der als Ritter über Schwarzach herrschte, leisten mussten. War ein Kleidungsstück, das jeden Tag getragen wurde, zerrissen, wurden Flecken ( im Schwäbischen „ Butzen “ ) von Hand angenäht. Dies wurde sooft wiederholt, bis das Kleidungsstück nur noch aus Flecken bestand.

Der Herr von Schwarzach war ein sehr feiner Herr, sowohl in seiner Kleidung als auch in seinem Gemüt. Zu seiner Kennzeichnung, dass auch jeder Fremde wusste, wer er ist, trug er in seinem Wappen 3 Fische, und angeblich als Kopfbedeckung einen Hut mit einem Fisch darauf.

Das Schwarzacher Dorfleben war ein Normales, bis eines Tages der Herr von Schwarzach aus einem seiner Kreuzzüge eine orientalische Sklavin mit nach Schwarzach brachte.

In der Sage wird überliefert, dass die Grundholde über das Verhalten ihrer Herrschaft zu reden begannen, erst recht, als die Sklavin ein Kind vom Herrn erwartete. Als die Leute darüber böse sprachen, hat der Ritter von Schwarzach die Sklavin wieder ins Morgenland zurückgebracht. Das Kind aber mussten seine Gevolksleute in den Schwindelsee werfen, der sich laut Sage im Wurzacher Ried, Richtung Haidgau befand.

In diesem Schwindelsee hauste eine grausige Gestalt, die in der Gegend als „Hakenmann“ bekannt war. In diesen Schwindelsee schmissen nun die Getreuen des Ritters das Kind, kehrten ins Dorf zurück und waren fest der Annahme, das Richtige getan zu haben. Den ein oder anderen überkam aber dann doch das schlechte Gewissen und Scham, ja Schauder überkam jeden bei dem Gedanken, das kleine Kind dem Hakenmann überlassen zu haben. Es hieß, dass sich manch einer der Schwarzacher heimlich an den Schwindelsee begeben hat, aus Reue.

Dort hat manch einer das Fürchten gelernt. Man erzählte sich, dass das unschuldige Kind seit dieser grausamen Tat sein Unwesen in Form eines menschenähnlichen Ungetüm treibe. Seit dieser Zeit warnte eine Generation die Nachfolgende davor, diesen Ort des Schreckens aufzusuchen, indem sie die Sage vom „Herrn von Schwarzach“ weiter überlieferten.

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